Ab und an versuche ich, Emil und Jakob subtil ein neues Lied unterzujubeln. Bestenfalls eine Band oder einen Song mit persönlicher Präferenz. Ich muss ja nicht alles (schon gar nicht Bands wie AC/DC) dem Zufall überlassen. Beim Hören eines neuen Songs gibt es für Emil und Jakob drei Möglichkeiten, was passieren kann:

  • Beide sind total still und aufmerksam, hören den Song bis zum Ende und bekräftigen ihr Wohlwollen mit einem kräftigen „NOCHMAL“.
  • Beide fangen nach 20 Sekunden an zu plappern, bedeutet, der Song ist gescheitert. Auch eine deutliche Maximierung der Laustärke verkocht im „Gut-Gemeint-Sud“.
  • Beide verfallen nach kurzem Hören in den „Partymodus“, springen rum und eskalieren.

Thunderstruck von AC/DC gehört eindeutig zur dritten Kategorie. Ich bin froh, dass die Rücksitze meines Autos den ersten Hörgenuss ohne Hinzuziehen meiner Haftpflichtversicherung überlebten. Jede einsetzende Komponente des sich langsam aufbauenden Songs zündete eine neue Stufe der „Rücksitz-Party“: Das Gitarrenriff von Angus Young, das skandierte „THUNDER“ und letztendlich der einsetzende kehlige Gesang von Brian Johnson. „Papa, warum singt der wie ein Rasenmäher?“ – Memo an mich: Ich muss den Jungs dringend mehr Sensibilität für das Schöne der Welt beibringen. AC/DC gehören in jedem Fall dazu!

I <3 Schwarzmarkt

Nun gut, eine Überleitung von „Rasenmäher“ zu The Razors Edge, das Album, welches Thunderstruck eröffnet, spare ich mir jetzt. Dennoch gibt es zu der Band um die Brüder Young, meinen Lieblings-Schotten, die im Kindesalter nach Australien auswanderten, viel zu erzählen. Das möchte ich umfangreich im Rahmen einer oder mehrerer Sahneplatten an anderer Stelle nachholen. Thunderstruck ist ein Song, der sofort funktioniert. Das gilt generell für das gesamte Album The Razors Edge, welches von Kritikern mit den Werken aus der klassischen AC/DC-Zeit vor 1980 verglichen wurde. Das Album war auch meine erste Berührung mit der Band. Die MC (muss ich an dieser Stelle kurz übersetzen: „Music Cassette“) wurde von meinem Freund aus Kindertagen im Original auf einem „seriösen“ ungarischen Strandmarkt (*hust*) erstanden. Im gemeinsamen Familienurlaub am Plattensee kurz nach der Wende.

Deswegen meine Denke, was für mich früher gut war, ist für meine Jungs gerade recht. Was man zu AC/DC am besten tut, nämlich eine gute Zeit zu haben, begriffen die Jungs sehr schnell. Es kommen sicherlich Zeiten, da wird die Rückbank bei den beiden schlimmer aussehen. Schlimmer als an dem Tag, an dem sie Thunderstruck das erste Mal hörten! Na na na, na na naaaaaaa na…