Ich LIEBE dieses Schlagzeugspiel! Schon beim ersten Hören, beim ersten Song Like eating glass, ging es mir sofort ins Ohr. Das ist mir bis dahin nie passiert. Sofort im Booklet nachschauen, wie heißt der Schlagzeuger? Matt Tong. Merken. Band? Bloc Party. Aus London.

Auch bei den anderen Songs des Albums ist die Rhythmussektion, vor allem das Schlagzeug, präsent. Es treibt an, wechselt den Rhythmus, überrascht. Das immer etwas hektisch, aber stets präzise und auf den Punkt. Dazu ergänzend der flehende Gesang von Kele Okereke. Fantastisch! Die Songs des Albums ließen mich nicht mehr los.

Livegenuss auf Ibuprofen

Die schnellen Songs bestechen durch ihre Tanzbarkeit und den wechselnden Rhythmus, die ruhigeren Songs durch ihre Atmosphäre. Besonders stechen die „Tanzflurfüller“ Helicopter und Banquet heraus, wobei gerade bei Banquet das Schlagzeug ausnahmesweise geordnet rüberkommt. Hier lässt der Bass die Füße von ganz alleine bewegen. So here we are ist so wundervoll, dass es einen in traurigen wie in fröhlichen Momenten mit der gleichen Intensität berührt.

Generell ist das Debütalbum von Bloc Party eine Entdeckungsreise, bei der die Songs für sich stehen und wirken. Ich hatte das Vergnügen, die Band auf ihrer Tour zum Album live in Neu-Isenburg zu sehen. Eine sich anbahnende Grippe konnte mich an diesem Tag nicht von der Fahrt abhalten. So bewegungsarm, eingehüllt in einen dicken Schal, stand ich nie vor einer Bühne.

Die Bühnenshow war eher minimalistisch, so galt meine ganze Konzentration dem Schlagzeugspiel. Hätte mein Anschmachten Geräusche gemacht, ich wäre der Lauteste gewesen. Der Typ mit der grünen Weste und dickem Schal. Wieder zuhause zeigte mein Fieberthermometer 39°C, auf der Arbeit meldete ich mich für den Folgetag bereits auf der Rückfahrt von Neu-Isenburg ab. Nochmals vielen Dank an meinen damaligen, sehr musikbegeisterten, Chef!

Lukas Podolski? Kannste dir nicht leisten!

Kurioses aus meinem Leben: Ich weiß noch genau, wo und wann ich Silent Alarm zum ersten Mal hörte. Es war in meinem alten Fiesta (Gott hab‘ ihn selig!) auf dem Weg zur…ACHTUNG…“Panini Tauschbörse zur Fußball-WM 2006″ in der Trierer Kunstakademie.

Wir hatten mit ein paar Jungs einen Traum. Etwas, was uns als Kind mangels Kaufkraft verwehrt blieb. Einmal ein Sammelalbum komplett füllen. Zur Weltmeisterschaft im eigenen Land. Mit Deutschland als Weltmeister, natürlich. Ein komplettes Album zur Finanzierung unserer Rente. Guter Plan! Leider fehlt mir Robinho heute noch…

Aber alle 8-jährigen Kinder mit ihren hysterischen Müttern, die mich an diesem Tag mit allen Regeln des Kapitalismus quälten und mir Ellenbogen für mein späteres Berufsleben schenkten, konnten mir eines nicht nehmen: die Freude und der Glanz in den Augen über das Schlagzeugspiel von Matt Tong.

Bloc Party konnten das hohe Niveau von Silent Alarm auf dem Nachfolgealbum A Weekend in the City in Auszügen halten. Der Fokus verschob sich mehr hin zu Melodien und elektronischen Elementen. 2013 verließen Matt Tong und Gordon Moaks (Bass) die Band. Das Album Four aus dem Jahr 2012 waren ihre letzte Zusammenarbeit mit der Band.

Ich habe mir dieses Jahr einen großen Wunsch erfüllt und mir endlich Schlagzeugunterricht genommen.

 

Höre ich dann am liebsten: wenn ich Dynamik in meinem Leben brauche, beim Griff zu den Sammelbildern an der Supermarktkasse (Übersprungshandlung)

Anspieltipps: Banquet, Helicopter, So here we are

 



Bloc Party – Silent Alarm

Genre:Rock
Stil:Indie Rock
Jahr:2005
Anzahl Titel:13
Laufzeit:50:35

Tracklist

Like Eating Glass4:20
Helicopter 3:40
Positive Tension3:54
Banquet3:22
Blue Light2:47
She's Hearing Voices3:29
This Modern Love4:25
Pioneers3:35
Price Of Gas4:19
So Here We Are3:53
Luno3:57
Plans4:10
Compliments4:40