Emil und Jakob haben derzeit jeweils einen eigenen Lieblingssong, der jetzt circa für eine Woche der neue heiße Scheiß ist. Da ich Jakobs Auswahl an dieser Stelle nicht weiter vertiefen möchte, schreibe ich etwas zu Emils aktueller Präferenz. Madcon sind hierzulande für zwei Songs bekannt. Der Titel „Glow“ wurde im Rahmen des Eurovision Song Contest 2010 in Oslo als Flashmob über ganz Europa inszeniert. Obwohl es das Duo seit 1992 gibt, erlangten sie erst 15 Jahre später mit „Beggin‘“ den Durchbruch. Mit dem dazugehörigen Album „So Dark The Con Of Man“ feierten Sie internationale Erfolge. Mit Ausnahme ihres Heimatlandes sind sie vor allem in Deutschland sehr angesehen.

Unterm Wollpulli

Madcon bestehen aus Tshawe Baqwa und Yosef Wolde-Mariam. Wie ihre Namen es vermuten, sind die beiden wachechte … Norweger. Tja. Hätten beide auch nie gedacht, das norwegisch-popkulturelle Erbe von a-ha weiterzutragen. Ich auch nicht. Verstehen sich beide Mitglieder von Madcon als Rapper, ist ihre Musik eine bunte Mixtur aus Funk, Soul und Hip-Hop mit einer Prise Reggae. Die exotische Mischung goutiert im hohen Norden ganz hervorragend, so spielen sich Madcon in ihren Anfangsjahren unter den Wollpulli ins Herz vieler Norweger.

Beggin‘ ist ein Cover. Sagen wir es am Anfang mal frei raus, verwunderlich ist dies bei erfolgreichen Liedern nie so ganz. Ursprünglich stammt der Song von der Gruppe The Four Seasons aus dem Jahre 1967. Die Band galt in ihren ersten Jahren Anfang der 1960er erfolgreicher als die Beatles. Und das als Vocal Group. Bis heute über 100 Millionen verkaufte Platten stehen da für sich. 40 Jahre später kommen zwei Norweger und rappen auf ihrem Erbe rum.

Straight outta Oslo

Das Ganze tun sie so eingängig, dass zahlreiche TV- und Filmproduktionen den Song verwenden. Plötzlich werden Madcon auch außerhalb von Norwegen wahr, und vor allem, ernst genommen. Der Song geht in die internationalen Charts und zehn Jahre später in mein Auto. Beggin‘ ist eine lustige Nummer, macht gute Laune und tut keinem weh. Aus diesem Grunde hat Emil diese Woche die Nase vor Jakob. Sicherlich wird sich das Blatt bald mal ändern…

 

Unnützes Kneipenwissen: Tshawe Baqwa ist nicht nur waschechter Norweger, er ist sogar in Saarbrücken geboren! Um es auf die Spitze zu treiben, schreibe ich dies auch noch an einem saarländischen Feiertag. Verrückt!